Wohngesundheit an der Wand: Klare Aussagen statt Schlagworte
Shownotes
In dieser Folge:
- Wohngesunde Wände: Was Kunden erwarten und woran es an Orientierung fehlt
- EmpCo-Richtlinie: Umweltaussagen brauchen belastbare Nachweise
- Tapeten und Wandbeläge: Wandaufbau, RAL-Gütezeichen, Blauer Engel und CE-Kennzeichnung
- Farben, Lacke und Putze: Emissionsarmut, Haltbarkeit und Raumklima
- Baubiologie: Die 25 Leitlinien des Instituts für Baubiologie + Nachhaltigkeit
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Über BTH Heimtex
BTH Heimtex ist Europas große Wirtschafts- und Handelszeitschrift für Bodenbeläge, Tapeten, Heimtextilien, Sonnenschutz und Farben. Wir liefern tägliche Hintergründe, Analysen und News für die Entscheider der Branche. Website: www.bth-heimtex.de
Die Stimme in diesem Podcast ist eine KI-Nachbildung der Stimme von Tim Steinert.
Transkript anzeigen
00:00:00: -> Willkommen zum BTH Heimtex Podcast. Hier ist Tim Steinert, es spricht meine KI-Stimme.
00:00:06: -> Heute geht es um Wohngesundheit — den Schwerpunkt der aktuellen Oktober-Ausgabe.
00:00:11: -> Die Leitfrage: Wie wird aus einem Zukunftsthema ein Verkaufsargument, dem Kunden auch glauben?
00:00:17: -> Dazu schauen wir auf vier Punkte: was Kunden wollen, worauf es bei Tapeten ankommt,
00:00:23: -> was bei Farben, Lacken und Putzen zählt und was die Baubiologie beisteuert.
00:00:29: -> Beginnen wir mit den Kunden. Sie wollen gesund wohnen, erkennen geeignete Produkte aber oft nicht.
00:00:36: -> Eine Studie aus den Jahren 2018 und 2019 zeigt das: 80 % der befragten Wohneigentümer erklärten,
00:00:43: -> beim Kauf von Bauprodukten auf Wohngesundheit zu achten.
00:00:47: -> Gleichzeitig vertrauten 63 % auf Gütesiegel — die nicht immer etwas zur Wohngesundheit aussagen.
00:00:53: -> Ob sich das seither geändert hat, ist offen. Aktuelle Zahlen fehlen.
00:00:58: -> Aufklärung kommt dabei häufig von den Betrieben vor Ort.
00:01:02: -> In einer Befragung von mehr als 2.000 Eigentümern nannten über 70 % den lokalen
00:01:09: -> Handwerksbetrieb als wichtigste Informationsquelle.
00:01:11: -> Die Lücke liegt damit nicht nur beim Produkt, sondern bei Beratung und Kommunikation.
00:01:17: -> Ein emissionsarmes Produkt hilft wenig, wenn Kunden es nicht einordnen können.
00:01:22: -> Dazu kommt der rechtliche Rahmen.
00:01:24: -> Nach der EmpCo-Richtlinie sind Aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ ohne belastbaren Nachweis nicht mehr zulässig.
00:01:31: -> Auch bei Begriffen wie „Naturfarbe“ oder „schadstofffrei“ haben Verbraucher Anspruch auf nachvollziehbare Prüfungen.
00:01:37: -> Eine Übersicht über mehr als 60 Siegel,
00:01:40: -> Zertifikate und Normen bietet die Broschüre des SN-Verlags — Details in den Shownotes.
00:01:46: -> Punkt zwei: Tapeten und Wandbeläge.
00:01:48: -> Sie nehmen große Flächen im Raum ein,
00:01:52: -> und Menschen in Mitteleuropa verbringen rund 90 % ihrer Zeit in Innenräumen.
00:01:57: -> Erstens kommt es auf die Wortwahl an: „schadstoffarm“ und „emissionsgeprüft“ sind seriöser als „schadstofffrei“ oder „atmungsaktiv“.
00:02:05: -> Zweitens reicht das einzelne Produkt nicht. Beispiel Vliestapete: Sie ist nicht automatisch wohngesund.
00:02:11: -> Es zählen Träger, Beschichtung und Druckfarben — und der gesamte Wandaufbau, von der Grundierung bis zum Anstrich.
00:02:18: -> Eine neue Tapete saniert zum Beispiel keinen feuchten, schimmelbefallenen Untergrund.
00:02:23: -> Drittens: die Siegel. Das RAL-Gütezeichen Tapeten umfasst technische, gesundheitliche und ökologische Anforderungen.
00:02:29: -> Der Blaue Engel gilt nur für Tapeten und Raufaser aus Recyclingpapier.
00:02:34: -> Vlies-, Textil- und Kunststofftapeten bekommen ihn nicht.
00:02:37: -> Und die CE-Kennzeichnung ist zwar Pflicht, aber kein Wohngesundheitssiegel.
00:02:41: -> Punkt drei: Farben, Lacke und Putze. „Wasserbasiert“ und „geruchsarm“ klingen gut, sagen aber allein wenig.
00:02:48: -> Entscheidend ist die gesamte Rezeptur: Welche Emissionen sind möglich, und wie wird verarbeitet und genutzt?
00:02:55: -> Bei Lacken kommt die Haltbarkeit dazu.
00:02:58: -> Eine Beschichtung, die früh erneuert werden muss, verursacht zusätzlichen Materialeinsatz und neue Emissionen.
00:03:04: -> Lehm-, Kalk- und Silikatputze können Schwankungen der Luftfeuchtigkeit abpuffern.
00:03:08: -> Schimmel verhindern sie deshalb aber nicht automatisch.
00:03:11: -> Die Botschaft des Schwerpunkts: Wohngesundheit entsteht nicht im Farbeimer, sondern im Zusammenspiel von Untergrund, Grundierung,
00:03:18: -> Spachtelmasse und Farbe.
00:03:19: -> Punkt vier: die Baubiologie. Sie denkt den Raum als Ganzes.
00:03:24: -> Das Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit hat dafür 25 Leitlinien in fünf Bereichen aufgestellt.
00:03:30: -> Für Maler- und Raumausstatterbetriebe sind vor allem drei relevant: Innenraumklima, Baustoffe und Raumausstattung sowie Raumgestaltung.
00:03:37: -> Die Raumluft belasten vor allem Schadstoffe, zu viel Kohlendioxid und zu hohe Luftfeuchtigkeit.
00:03:43: -> Peter Ippolito von der Ippolito Fleitz Group sagt dazu: „Erst das Material schafft die Verbindung zum Menschen.“
00:03:51: -> Unterm Strich ist Wohngesundheit ein Beratungsthema.
00:03:54: -> Wer wohngesunde Produkte nicht nur anbietet, sondern ihre Eigenschaften belegbar und verständlich erklärt,
00:04:00: -> kann sich in einem unübersichtlichen Markt abheben.
00:04:03: -> Alle Hintergründe finden Sie im Schwerpunkt Wohngesunde Produkte in der BTH Heimtex 10/2026.
00:04:09: -> Wer das Heft noch nicht kennt, findet in den Shownotes den Link zum kostenlosen Probeheft.
00:04:16: -> Danke fürs Zuhören — bis Freitag, dann wieder mit den News der Woche.
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